500 Jahre Habsburger in Böhmen – Česká televize berichtet

Das tschechische öffentlich-rechtliche Fernsehen widmete dem historischen Jubiläum am 22. Oktober 2026 einen ausführlichen Beitrag. S.K.K.H. Erzherzog Karl von Habsburg-Lothringen spricht über die gemeinsame europäische Geschichte, die Zukunft der Europäischen Union und die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Anschließend ordnet der Historiker Jaroslav Šebek die fast 400-jährige habsburgische Herrschaft in den böhmischen Ländern ein.

22. října – Události, komentáře | Česká televize Der Bericht mit Interview mit S.K.K.H. Erzherzog Karl beginnt bei Minute 22:14.

Screenshot. Quelle: https://www.ceskatelevize.cz/

Interview mit Erzherzog Karl von Habsburg-Lothringen

Česká televize – Události, komentáře
22. Oktober 2026

Deutsche Übersetzung der tschechischen Fernsehfassung

Journalist:

Wir kommen heute anlässlich des 500. Jahrestages der Thronbesteigung der Habsburger in Böhmen zusammen. Warum ist es Ihnen wichtig, die ehemaligen Königreiche wie die heutige Tschechische Republik zu besuchen?

Erzherzog Karl:

Ich denke, wir erinnern heute an einen Tag, der für ganz Europa von Bedeutung war, nicht nur für Böhmen oder Prag.

Es war eine Zeit, in der gewissermaßen ein neues Europa entstand, in der Mitteleuropa an Bedeutung gewann.

Von Prag ging ein Geist aus, der Europa geprägt hat.

Und es ist wichtig, gerade heute daran zu erinnern, wenn wir in Europa vor zahlreichen Problemen stehen, sei es innerhalb der Europäischen Union oder an unseren Grenzen, und wenn Europa erneut eine Umgestaltung erlebt.

Es ist wichtig, in die Vergangenheit zurückzublicken und sich bewusst zu machen, dass wir Ähnliches bereits erlebt haben. Wir müssen betrachten, welche Folgen dies damals hatte, damit daraus eine Erneuerung entstehen kann.

Journalist:

Wie beurteilen Sie heute aus historischer Sicht das Ende der Habsburgermonarchie? War es ein Fehler? War es eine historische Notwendigkeit?

Erzherzog Karl:

Es war schlicht etwas, das sich aus dem Weltkrieg ergab. Und das war keineswegs ein unbedeutendes Ereignis. Auch dadurch wurde Europa grundlegend verändert.

Ich bemühe mich stets, Optimist zu sein.

Wenn ich heute auf die Tschechische Republik blicke und sehe, was dieses Land in den vergangenen Jahrzehnten während der Zeit des Totalitarismus und des Kommunismus durchgemacht hat und was daraus entstanden ist, dann bestärkt mich das darin, das zu bleiben, was ich immer gewesen bin: ein Optimist.

Wir haben immer die Möglichkeit, uns für das Gute und für wirksames Handeln zu entscheiden, selbst in Zeiten, die so düster erscheinen wie die heutigen.

Journalist:

Sie haben die Europäische Union erwähnt. Wäre es gerechtfertigt zu behaupten, dass die Europäische Union bei der Vereinigung der europäischen Völker erfolgreicher gewesen ist als die einstige Monarchie?

Erzherzog Karl:

Ich weiß nicht, ob dieser Vergleich wirklich gerechtfertigt ist. Wir sprechen hier von zwei vollkommen unterschiedlichen politischen Strukturen.

Natürlich hat auch die Europäische Union zahlreiche Fehler, die ich gerne behoben sehen würde.

Gleichzeitig bin ich aber ein leidenschaftlicher Europäer und ein großer Befürworter der Europäischen Union.

Wir können aus der Vergangenheit lernen. Wir können aus den Fehlern lernen, die zur Zeit der Monarchie begangen wurden. Und wir können ebenso betrachten, was damals tatsächlich funktioniert hat.

Ich möchte Ihnen ein klassisches Beispiel nennen.

Wenn ich ins Mittelalter zurückblicke, in jene Zeit, als in Burgund der Orden vom Goldenen Vlies gegründet wurde, dann entstand dort eine Einrichtung, in der die Herrscher verschiedener Länder zusammensaßen und miteinander über Krieg und Frieden sprachen.

Und wenn ich heute auf die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union blicke, dann sehe ich etwas, das es bereits vor 500 oder 600 Jahren gegeben hat.

Deshalb sage ich, dass wir aus der Geschichte lernen können.

Nur wenn wir aus der Vergangenheit lernen, können wir daraus Folgerungen für die Zukunft ziehen.

Journalist:

Sie haben die Schwächen der heutigen Europäischen Union angesprochen. Welche sind das Ihrer Meinung nach, und wie sollten sie behoben werden?

Erzherzog Karl:

Für mich gibt es drei wesentliche Schwächen.

Die erste besteht darin, dass wir keinen Außenminister haben.

Ich habe außerordentlich großen Respekt vor Frau Kaja Kallas. Meiner Ansicht nach leistet sie hervorragende Arbeit.

Aber sie erfüllt lediglich die Aufgaben eines Mitglieds der Kommission, anstatt eine wirkliche Außenministerin zu sein.

Ebenso brauchen wir eine europäische Verteidigungsstruktur.

Wir benötigen also einen tatsächlichen Verteidigungsminister, dem ein entsprechender Verwaltungsapparat untersteht. Etwas Derartiges haben wir nicht.

Und die dritte Schwäche, die ich erwähnen möchte – natürlich gibt es noch weitere –, besteht darin, dass wir seit dem Vertrag von Maastricht davon sprechen, dass das Subsidiaritätsprinzip ein grundlegendes Prinzip der Europäischen Union ist.

Dieses Prinzip müssen wir endlich tatsächlich umsetzen.

Denn dadurch würden wir einige unnötige Zuständigkeiten beseitigen, die die Europäische Union heute besitzt. Gleichzeitig könnten wir die europäischen Einrichtungen mit jenen wichtigen Befugnissen ausstatten, die tatsächlich auf europäischer Ebene angesiedelt sein sollten.

Dazu gehören die Außenpolitik, die Sicherheit und selbstverständlich auch Bereiche wie der Umweltschutz. Denn wir wissen, dass Umweltprobleme keine Grenzen kennen und diese überschreiten.

Es gibt also bestimmte Zuständigkeiten, welche die Europäische Union haben sollte und die sie auch wirksamer wahrnehmen müsste.

Andere Zuständigkeiten hingegen sollten auf die nationale oder regionale Ebene übertragen werden.

Die tatsächliche Umsetzung des Subsidiaritätsprinzips wäre für mich deshalb ein ganz entscheidender Punkt.

Journalist:

Sie haben die Verteidigung angesprochen, die in Europa heute sehr eng mit dem Krieg in der Ukraine verbunden ist.

Sie selbst engagieren sich sehr stark für die Unterstützung der Ukraine.

Sollte Europa Ihrer Ansicht nach bei den diplomatischen Bemühungen um einen Frieden eine größere Rolle spielen, wie es heute auch der tschechische Präsident gefordert hat?

Wie sollte das geschehen, und wer sollte dabei Europa vertreten?

Erzherzog Karl:

Es geht nicht nur um diplomatische Bemühungen.

Europa unternimmt tatsächlich sehr große Anstrengungen, um die Ukraine auch militärisch zu unterstützen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Waffen, die in die Ukraine geliefert werden, keineswegs irgendwelche großzügigen Geschenke der Vereinigten Staaten sind.

Diese Waffen werden mit europäischem Geld gekauft, damit wir uns in der Ukraine selbst verteidigen können.

Das ist schlicht eine weitere Seite dieser Angelegenheit.

Und selbstverständlich müssen wir auch auf diplomatischem Gebiet sämtliche verfügbaren Einflussmöglichkeiten nutzen.

Was ich derzeit beobachte, gefällt mir überhaupt nicht: dieses Konzept von Verhandlungen zwischen Russland, den Vereinigten Staaten und der Ukraine.

Meiner Ansicht nach muss Europa unbedingt einen Platz am Verhandlungstisch haben, weil wir unmittelbar davon betroffen sind.

Eine Niederlage der Ukraine würde uns sehr viel stärker treffen, als sich die Menschen heute vorstellen können.

Sie hätte unmittelbare Auswirkungen.

Fragen Sie irgendjemanden im Baltikum, in Polen oder in Moldau, in all diesen Grenzländern, was eine solche Entwicklung für sie bedeuten würde.

Das ist erschreckend.

Wir sollten uns dessen bewusst sein und darauf bestehen, dass Europa die Rolle übernimmt, die ihm zusteht.

Journalist:

Wie beurteilen Sie die jüngste Veränderung, oder zumindest das, was wie eine Veränderung aussieht, in der amerikanischen Politik gegenüber der Ukraine? Wir sprechen von den Entwicklungen der vergangenen Tage.

Erzherzog Karl:

Ich muss gestehen, dass mir dabei nur ein einziges Wort in den Sinn kommt: Verrat.

Man hat einen Partner, den man über lange Zeit unterstützt hat und der die eigenen Werte verteidigt.

Und plötzlich lässt man ihn fallen und unterstützt seinen Gegner, der genau das Gegenteil dieser Werte verkörpert.

Man unterstützt ein Regime, das Menschen ermordet, andere Länder angreift, Kinder entführt und umerzieht und das in einem unglaublichen Ausmaß Zivilisten und zivile Infrastruktur bombardiert.

All das sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Journalist:

Noch eine Frage.

Die Ukraine wird offen und mit militärischer Gewalt angegriffen. Aber gegenwärtig wird in Europa auch viel über sogenannte hybride Angriffe gesprochen.

Wissen wir, wie wir uns dagegen verteidigen können?

Erzherzog Karl:

Ich fürchte, ich muss sagen: Nein, wir wissen nicht, wie wir uns dagegen verteidigen können.

Denn bislang sind wir nicht in der Lage, eine angemessene Antwort auf die hybriden Angriffe zu finden, die bereits stattfinden.

In diesem Zusammenhang wäre es interessant zu wissen, wie die Zukunft einmal auf die Zeit zurückblicken wird, in der wir heute leben.

Erleben wir bereits den Dritten Weltkrieg?

Wenn ich die hybriden Angriffe betrachte, dann ist meine persönliche Auffassung, dass wir uns bereits in der Anfangsphase eines offenen Krieges befinden.

Daran habe ich keinen Zweifel.

Russland zwingt uns diesen Krieg auf.

Es wäre allerdings sehr interessant zu erfahren, wie die Zukunft über uns urteilen wird.

Und ich hoffe, dass ich lange genug leben werde, um das noch selbst zu erleben.

Journalist:

Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Zeit und Ihre Antworten.

Erzherzog Karl:

Ich danke Ihnen.

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Die böhmischen Länder und die Habsburger – historische Bilanz und Lehren für die Gegenwart

Gespräch mit dem Historiker und Publizisten Jaroslav Šebek

Česká televize, Události, komentáře – 22. Oktober 2026

Deutsche Übersetzung des tschechischen Originals.

Moderator:

Über die habsburgische Epoche und mögliche Parallelen zur Gegenwart sprechen wir jetzt mit dem Historiker und Publizisten Jaroslav Šebek. Guten Abend.

Jaroslav Šebek:

Guten Abend.

Moderator:

Die böhmischen Länder und die Habsburger: Wie schicksalhaft war diese Verbindung für uns?

Jaroslav Šebek:

Ich denke, es war ein außerordentlich bedeutendes Bündnis beziehungsweise eine sehr enge Verbindung, die bekanntlich 1918 endete.

Heute müssen wir versuchen, uns ein möglichst objektives Bild davon zu machen, was wir während dieser Zeit erlebt haben.

Denn unmittelbar nach 1918 kamen jene Parolen auf, nach denen wir 300 Jahre lang unter habsburgischer Knechtschaft gelitten hätten.

Die gesamte Zwischenkriegsrepublik verstand sich gewissermaßen als Gegenentwurf zur Habsburgermonarchie. Ähnliches galt für Österreich, das 1918 als Republik entstand.

Aber schon damals gab es durchaus nostalgische Rückblicke auf die Vergangenheit.

Nicht zufällig wurde beispielsweise Präsident Masaryk bis zu einem gewissen Grad mit den Eigenschaften eines gütigen Monarchen verbunden: „Väterchen Masaryk“.

Später entstanden natürlich auch Vorstellungen, wonach es möglicherweise 1933 nicht zur nationalsozialistischen Diktatur gekommen wäre, wenn die Habsburgermonarchie 1918 nicht untergegangen wäre.

Dann hätte es vielleicht keine Besatzung gegeben, und der Kommunismus wäre nicht gekommen.

Aber das sind historisch außerordentlich umstrittene Vergleiche und Gedankenspiele.

Ich glaube nicht, dass Geschichte auf diese Weise funktioniert.

Moderator:

Ich möchte an dieser Stelle eine aktuelle Nachricht einschieben: Das Abgeordnetenhaus hat inzwischen die angekündigte Abstimmung durchgeführt und den Entwurf des Staatshaushalts für das kommende Jahr in erster Lesung angenommen.

Wir setzen nun unser Gespräch über die Habsburger fort.

Wie schwierig ist es heute, ein objektives Bild davon zu gewinnen, was die böhmischen Länder während der fast 400 Jahre habsburgischer Herrschaft erlebt haben?

Was haben uns die Habsburger gegeben? Und worin bestehen die historischen Kränkungen und Ungerechtigkeiten, die wir ihnen vorwerfen – möglicherweise zu Recht, möglicherweise aber auch zu Unrecht?

Jaroslav Šebek:

Ich würde sagen, dass wir zunächst festhalten müssen, dass sich die böhmischen Länder während der Habsburgermonarchie sowohl künstlerisch als auch wissenschaftlich weiterentwickelt haben.

Selbstverständlich gab es zeitweise auch eine demokratisch geprägte Form des politischen Systems, insbesondere seit den 1860er-Jahren.

Es gab Entwicklungen, die zeigten, dass sich auch das tschechische nationale Leben durchaus gut entfalten konnte.

Aber natürlich gab es ebenso Ungerechtigkeiten und historische Kränkungen.

Diese hingen mit der unbewältigten Situation des wachsenden Nationalismus zusammen.

Hinzu kam das Bestreben, ein einheitliches katholisches Religionsmodell durchzusetzen.

Meiner Ansicht nach sind dies jene historischen Kränkungen, die nach 1918 immer wieder hervorgetreten sind und die bis in die Gegenwart fortwirken.

Moderator:

Im Jahr 2018, anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Tschechoslowakei, wurde eine Umfrage veröffentlicht.

Ihr zufolge war ein großer Teil der Tschechen der Ansicht, dass es uns heute besser ginge, wenn Österreich-Ungarn nicht zerfallen wäre.

Sie haben bereits angedeutet, wie schwierig es ist, eine solche alternative Geschichtsentwicklung zu beurteilen.

Aber woher stammt dieses Gefühl, diese Sehnsucht nach der Vergangenheit?

Jaroslav Šebek:

Ich würde sagen, dass wir es hier mit dem sogenannten Erinnerungoptimismus zu tun haben, wie wir Historiker es nennen.

Die Menschen neigen dazu, die problematischen Seiten der Vergangenheit zu vergessen und sich vor allem an das Positive zu erinnern.

Das zeigt sich letztlich auch heute bei diesem Gottesdienst im Veitsdom.

Die Habsburgermonarchie war schließlich auch von zahlreichen Festlichkeiten und Zeremonien geprägt.

Und an solche Dinge erinnert man sich natürlich gerne.

Man kann außerdem sagen, dass hier, wie ich bereits erwähnt habe, während bestimmter Zeitabschnitte ein verhältnismäßig großer Friede beziehungsweise eine gewisse Ruhe herrschte.

Das ermöglichte auch die Entfaltung der bürgerlichen Kultur und jener Lebensweise, die wir heute als die gute alte Zeit bezeichnen würden.

Und ich denke, dass sich die Menschen auf eine gewisse Weise unbewusst nach dieser Welt zurücksehnen.

Moderator:

Was folgt daraus für die Gegenwart?

War es eine Epoche, in der wir unsere staatliche Souveränität verloren hatten?

Oder war die Zugehörigkeit zu einem größeren und stärkeren Staatsverband für uns in mancher Hinsicht sogar vorteilhaft?

Jaroslav Šebek:

Nun, wir müssen uns zunächst bewusst machen, dass dies Teil einer dynastischen Politik war.

Die Habsburger waren bestrebt, neue Gebiete zu gewinnen und dadurch ihren politischen und machtpolitischen Einfluss in Europa zu stärken.

Allerdings zeigte sich dann, insbesondere gegen Ende des 19. Jahrhunderts, dass unterschiedliche Nationalismen aufeinanderprallten.

Es gab den tschechischen Nationalismus, den deutschen Nationalismus, den ungarischen Nationalismus und entsprechende Entwicklungen auch in anderen Teilen der Monarchie.

Das wurde schließlich zu einem Problem, das nicht mehr gelöst werden konnte.

Und den letzten Schlag versetzte der Monarchie dann tatsächlich der Erste Weltkrieg.

Dabei muss man auch sagen, dass es Kaiser Franz Joseph I. war, der Serbien den Krieg erklärte.

Moderator:

Bei der Vorbereitung auf unser Gespräch habe ich ein Zitat von Karel Havlíček Borovský aus dem Jahr 1848 gefunden.

Er schrieb:

„Eine vollständige Selbständigkeit wäre für uns Tschechen unter den heutigen Verhältnissen, da überall gewaltige Reiche entstanden sind, ein reines Unglück.

Wir wären zunächst immer nur ein äußerst schwacher Staat, von anderen abhängig, und darüber hinaus wäre unsere Nationalität stets in größter Gefahr.“

Das ist eine Beschreibung, die beinahe auch auf unsere Gegenwart passen könnte: eine neue Epoche der Rivalität zwischen Großmächten und so weiter.

Können wir hier Parallelen erkennen?

Jaroslav Šebek:

Nun, solche historischen Parallelen sind immer sehr schwer zu ziehen.

Ich habe vorhin das Interview mit Karl von Habsburg-Lothringen verfolgt.

Auch der Vergleich zwischen der Habsburgermonarchie und der Europäischen Union steht meiner Ansicht nach auf etwas wackligen Beinen.

Denn die Europäische Union entstand unter völlig anderen Voraussetzungen als die Habsburgermonarchie.

Wir müssen uns beispielsweise bewusst machen, dass die Europäische Union als ein Projekt entstand, das Kriege verhindern sollte.

Das kann man von der Habsburgermonarchie in dieser Form natürlich nicht behaupten.

Die Monarchie war zweifellos ein Staatsgebilde, das zahlreiche Völker und verschiedene historische Länder zu einem gemeinsamen Ganzen vereinte.

Aber die Europäische Union gehört dennoch in eine ganz andere Kategorie.

Denn die Prozesse ihrer Entstehung beruhten auf demokratischen Grundsätzen.

Und ich denke, dass die Europäische Union auch weiterhin ein demokratisch verfasstes System darstellt.

Moderator:

Ich danke Ihnen für dieses Gespräch, Herr Jaroslav Šebek, Historiker und Publizist. Einen schönen Abend.

Jaroslav Šebek:

Ich danke Ihnen für die Einladung und wünsche Ihnen und den Zuschauern ebenfalls einen schönen Abend.

Pressenachlese zum Konvent in Rom

Ritterliche Pilger in Rom

Ein halbes Jahrtausend nach dem fatalen „Sacco di Roma“ sind Habsburgs Ritter wieder in der Ewigen Stadt. Diesmal jedoch als demütige Beter.

Ferdinand über den Heiligen Geist als Beifahrer

Die „Krone“ begleitete die Habsburger bei ihrer Glaubenserneuerung nach Rom. Ferdinand Habsburg, der Urenkel des letzten Kaisers, über seinen Glauben, was ihn stark macht und warum „Der da oben“ ständig bei ihm auf dem Beifahrersitz unterwegs ist.

Mit Karl Habsburg zur Glaubenserneuerung in Rom

Die „Krone“ begleitete die Habsburger und ihren Ritterorden bei ihrem Konvent in die Ewige Stadt. Ein Ausflug in die Kirchenwelt und eine Reise … fast wie zu Kaisers Zeiten. 

Ordenskonvent in der Ewigen Stadt

Rom (ch): Bei strahlendem Kaiserwetter beging der St. Georgs-Orden vom 23. bis 26. April 2026 seinen Konvent in Rom.

Einen ersten Höhepunkt bildete am Donnerstag, dem 23. April, ein festlicher Termin im Petersdom. Die Damen und Ritter des Ordens sowie ihre Gäste versammelten sich nach der Sicherheitskontrolle auf der Piazza dei Protomartiri Romani und zogen durch den Durchgang am Grabmal Papst Alexanders VII. in die Basilika ein. In feierlicher Prozession führte der Weg durch das südliche Seitenschiff über die Porphyrplatte, die traditionell mit Kaiser Karl dem Großen verbunden wird, zum Papstaltar über dem Grab Petri. Dort erneuerten die Teilnehmer unter der Leitung des Geistlichen Rates des Ordens im Zentrum der Christenheit und am Gedenktag des Heiligen Georg ihr Taufversprechen. Den Abschluss bildete der gemeinsame Gesang des „Großer Gott, wir loben dich“, ehe die Versammelten in geordneter Prozession die Basilika wieder verließen.

Am Freitag, dem 24. April, traten die Postulantinnen und Postulanten des Ordens bei der Kirche Santa Maria dell’Anima, der katholischen Nationalkirche für die Einwohner des Heiligen Römischen Reiches in Rom, an und zogen feierlich in die Kirche ein. Hauptzelebrant der Messe war S. E. Kurienerzbischof Mons. Guido Pozzo, Titularerzbischof von Balneoregium. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Cappella Musicale di Santa Maria dell’Anima unter der Leitung von Maestro Flavio Colusso. Die Messe mit anschließender Investitur wurde vom Sender EWTN TV übertragen.

https://www.ewtnplus.de/investitur
Zusammenfassung der Übertragung vom 24. April 2026.

Am Nachmittag des 24. April fand in der Päpstlichen Universität Santa Croce die offene Kapitelsitzung des Ordens und ein anschließendes Meet & Greet statt.

Am Samstag, dem 25. April 2026, fand in der Papstbasilika Santa Maria Maggiore eine Fest- und Dankmesse statt. Die Damen und Ritter des Ordens nahmen auf der Piazza dell’Esquilino Aufstellung. Nach der Meldung an Großmeister Erzherzog Karl erfolgte der Einzug in die Papstbasilika. Dort wurde – musikalisch stimmungsvoll umrahmt durch die Cappella Musicale Liberiana unter der Leitung von Maestro Ildebrando Mura – die Messe gefeiert. Hauptzelebrant war Seine Eminenz Kurt Kardinal Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen sowie Präsident der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum und seit 2025 Präsident des katholischen Hilfswerks Kirche in Not (ACN).

Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. grüßte die Mitglieder des Ordens vom Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast auf dem Petersplatz. Quelle: Vatican News

Dieses eindrucksvolle Fest des Glaubens und des St. Georgs-Ordens wird den Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben.

Gesegnete Ostern 2026

Gesegnete Ostern!

Erste Lesung in der Osternacht 2026. Quelle: Dolorosa TV, @dolorosatv9261

Christus ist auferstanden. Das ist der Kern des christlichen Glaubens – und mehr als ein schönes Bild: Gott hat den Tod nicht bestehen lassen. Was endgültig schien, ist es nicht.

Ostern heißt: Hoffnung ist begründet. Nicht, weil alles leicht wird, sondern weil Gott handelt. Schuld, Scheitern und selbst der Tod haben nicht das letzte Wort. Das gibt Halt – gerade dort, wo es unübersichtlich bleibt.

Wer an die Auferstehung glaubt, lebt klarer und zugleich zuversichtlicher: mit Vertrauen, ohne sich Illusionen zu machen. Nicht wir tragen die Hoffnung, sondern sie trägt uns.

Der auferstandene Christus stärke Sie im Glauben und gebe Ihnen Klarheit und Zuversicht für Ihren Weg.

Gesegnete Weihnacht und ein gutes neues Jahr.

In dieser heiligen Nacht feiern wir die Geburt unseres Herrn Jesus Christus – das Licht, das in die Dunkelheit der Welt kam, um Hoffnung zu schenken, Frieden zu stiften und Herzen zu verwandeln. Sein Kommen ist mehr als ein Kapitel der Geschichte. Es ist Gegenwart, Zuspruch und Auftrag. Möge der Segen Gottes Eure Häuser erfüllen, Eure Familien verbinden und Eure Herzen mit Zuversicht und Liebe durchleuchten.

Unter dem Schutz Mariens und getragen vom Vertrauen auf Gottes Führung richten wir unseren Blick auf das neue Jahr. Nicht als Zuschauer, sondern als Menschen, die Verantwortung annehmen – im Glauben, im Miteinander, im Dienst an Heimat und Gemeinschaft. Weihnachten erinnert uns: Christliche Werte sind keine Erinnerung an bessere Tage, sondern ritterlicher Auftrag für heute. Sie verlangen Haltung, Mut und Bereitschaft, für Wahrheit, Würde und Gerechtigkeit einzustehen.

So bitten wir um Kraft, das Gute entschlossen zu leben – nicht nachzusehen, wenn andere wegsehen; nicht zu schweigen, wo Stimme gebraucht wird; nicht zu verharren, wenn unsere Tat zählen kann. Möge Gott unsere Vaterländer behüten, unsere Wege segnen und uns aus dem Geist Christi zu Werkzeugen des Friedens machen.

Ein gesegnetes, lichtvolles Weihnachtsfest – und ein neues Jahr, das wir in Glauben und Verantwortung gestalten dürfen.

V této svaté noci oslavujeme narození našeho Pána Ježíše Krista – světla, které přišlo do temnoty světa, aby dalo naději, nastolilo mír a proměnilo srdce. Jeho příchod je více než jen kapitolou historie. Je přítomností, povzbuzením a posláním. Kéž Boží požehnání naplní vaše domovy, spojí vaše rodiny a naplní vaše srdce důvěrou a láskou.

Pod ochranou Panny Marie a s důvěrou v Boží vedení upíráme svůj pohled na nový rok. Ne jako diváci, ale jako lidé, kteří přijímají odpovědnost – ve víře, ve vzájemném soužití, ve službě vlasti a společenství. Vánoce nám připomínají: Křesťanské hodnoty nejsou vzpomínkou na lepší časy, ale rytířským posláním pro dnešek. Vyžadují postoj, odvahu a ochotu zastávat se pravdy, důstojnosti a spravedlnosti.

Prosíme tedy o sílu, abychom mohli odhodlaně žít dobro – neignorovat, když ostatní odvrací zrak; nemlčet, když je třeba promluvit; neváhat, když naše činy mohou něco změnit. Kéž Bůh ochraňuje naše vlasti, žehná našim cestám a z ducha Kristova činí z nás nástroje míru.

Požehnané, světlé Vánoce – a nový rok, který můžeme utvářet ve víře a odpovědnosti.

Ezen a szent éjszakán ünnepeljük Urunk, Jézus Krisztus születését – a fényt, amely a világ sötétségébe jött, hogy reményt adjon, békét teremtsen és szíveket változtasson meg. Eljövetele több, mint egy fejezet a történelemben. Jelenlét, biztatás és küldetés. Isten áldása töltse be otthonaikat, egyesítse családjaikat, és bizalommal és szeretettel töltse el szívüket.

Mária védelme alatt és Isten vezetésébe vetett bizalmunkkal tekintünk az új évre. Nem nézőként, hanem felelősséget vállaló emberekként – a hitben, az egymással való együttélésben, a hazánk és a közösség szolgálatában. Karácsony emlékeztet bennünket: a keresztény értékek nem a jobb napok emlékei, hanem a mai nap lovagi küldetései. Hozzáállást, bátorságot és hajlandóságot igényelnek, hogy kiálljunk az igazság, a méltóság és az igazságosság mellett.

Ezért erőt kérünk, hogy elszántan éljünk a jót – ne nézzünk el, ha mások elfordítják a tekintetüket; ne hallgassunk, ahol hangot kell emelnünk; ne tétlenkedjünk, ha cselekedeteink számítanak. Isten óvja hazánkat, áldja meg utainkat, és Krisztus szelleme által tegyen minket a béke eszközeivé.

Áldott, fényes karácsonyt kívánunk – és egy új évet, amelyet hitben és felelősségteljesen alakíthatunk.

Pontifikalamt zum Gedenken an den seligen Kaiser Karl I. von Österreich

Wien (ch): Am Dienstag, dem 21. Oktober 2025, besuchten der Personaladjutant S.K.K.H., Oberstleutnant i. Tr. Carl Rr. Hannig, und sein Sohn Ferdinand das Pontifikalamt zum Gedenken an den seligen Kaiser Karl I. von Österreich in der Dom- und Metropolitankirche St. Stephan in Wien.

Kaiser Karl I., der häufig als Friedenskaiser bezeichnet wird, setzte sich während des Ersten Weltkriegs aktiv für Friedensverhandlungen ein. Am 3. Oktober 2004 erfolgte seine Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. in Rom.

Hauptzelebrant der Messe war S. E. Hoher Herr Prälat Propst Mag. Anton Höslinger CanReg, Propst des Stiftes Klosterneuburg. Für die musikalische Gestaltung sorgten das Wiener Harmonie Quintett und Kantor Florian Harg.

Ferdinand hatte die besondere Ehre, beim Pontifikalamt als Ministrant zu dienen.

Der Besuch der Gedenkmesse ist ein aktiver Beitrag zur Erinnerung an Kaiser Karl I., der für seine Friedensbemühungen und christlichen Werte in Gesellschaft und Kirche geschätzt wird.

Ordenstag am Rennweg

Wien (ch): Am Morgen des 18. Oktober 2025 traten 20 Postulanten mit ihren Paten sowie die Damen und Ritter des St. Georgs-Ordens im Hof des Salesianerinnenklosters am Wiener Rennweg an. Einen ersten Höhepunkt bildeten der Einmarsch und das Platzkonzert der Jugend Deutschmeisterkapelle Ravelsbach. Nach dem Abspielen der Hymnen und der Meldung an den Großmeister des Ordens, S.K.K.H. Erzherzog Karl von Österreich, zog man in die Kirche der Heimsuchung Mariens ein.

Einzug der Ordensfahne in die Kirche.
Foto: Matthias Dolenc

Hauptzelebrant der Messe war der Hochwürdige Herr Pater MMag. Thomas Baron Stellwag v. Carion, OSB, Subprior des Stiftes Admont. Musikalisch wurde die Messe von der Jugend Deutschmeisterkapelle Ravelsbach begleitet.

Foto: Matthias Dolenc

Nach der feierlichen Investitur der neuen Ritter zog man zur Freude unzähliger Schaulustiger mit klingendem Spiel, angeführt von der Musik, durch den Park des Belvedere und machte vor dem Oberen Belvedere das traditionelle Gruppenfoto.

Anschließend zog man weiter zum Restaurant Stöckl im Park und ließ den Ordenstag bei einem gesetzten Gala-Dinner ausklingen.

Fotos der Veranstaltung finden Sie auf der Website des St. Georgs-Ordens.

23. Audienz bei Kaiser Karl I. in Brandeis an der Elbe – Im Zeichen kaiserlicher Erinnerung und europäischer Kultur

Brandeis a. d. Elbe/Altbunzlau (ch): Am 17. Mai 2025 fand zum 23. Mal die „Audienz bei Kaiser Karl I.“ im böhmischen Brandeis an der Elbe/Brandýs nad Labem statt. Unter dem Ehrenschutz von Erzherzog Karl von Habsburg wurden der 450. Jahrestag der Krönung Rudolfs II. und der 110. Todestag von Erzherzog Ludwig Salvator gewürdigt. Vertreter des Hauses Habsburg sowie zahlreiche Gäste ehrten die bedeutenden historischen Persönlichkeiten.

Einen vollständigen Bericht finden Sie auf der Website der Generaladjutantur und auf der Website der Union der Europäischen Wehrhistorischen Gruppen.
Die offizielle Fotogalerie der Stadt Brandeis-Altbunzlau finden Sie hier: Galerie 2025: Brandýs nad Labem-Stará Boleslav.

Einen musikalischen Mitschnitt der Audience u císaře Karla I.-Messe in der Basilika der Himmelfahrt der Jungfrau Maria in Altbunzlau finden Sie nachfolgend. Die Messe wurde von Orchester und Chor des Königlichen Prämonstratenserklosters Strahov in Prag begleitet. Großer Dank gilt Marie Nohynková für die Aufzeichnung.

Ordenskonvent in Preßburg

Preßburg (ch): Der St. Georgs-Orden, ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen, kam am 26. April 2025 in der slowakischen Hauptstadt Preßburg zu seinem jährlichen Konvent zusammen. Der zweitgrößte Privatsender der Slowakischen Republik, TV JOJ, berichtete über die Veranstaltung in seinen Abendnachrichten.

Der zweitgrößte slowakische Privatsender berichtete in seinen Abendnachrichten über den Konvent.
Quelle: https://videoportal.joj.sk/noviny/epizoda/138182-noviny-tv-joj

Am verregneten Vormittag des 26. April 2025 versammelten sich die Damen und Ritter des St. Georgs-Ordens in der Salvatorkirche der Gesellschaft Jesu am Preßburger Franziskanerplatz.

Nach einem großartigen Platzkonzert der Jugend Deutschmeisterkapelle Ravelsbach zogen der Großmeister des Ordens, S.K.K.H. Erzherzog Karl von Österreich, und die Ordensregierung in die Kirche ein.

Nach der Meldung an den Großmeister und den Hymnen der Slowakischen Republik, der Europäischen Union sowie der österreichischen Volkshymne wurde zu den Klängen der „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“ von Franz Schubert ein feierliches Hochamt zelebriert. Hauptzelebrant war S. G. Prälat Univ.-Prof. DDr. Ambroz Martin Strbak, Abt von Stift Jasov und Mitglied des Geistlichen Rates des St. Georgs-Ordens, gemeinsam mit den Konzelebranten Prof. Dr. SL Lic. SL P. Pius Maurer OCist, Abt des Stiftes Lilienfeld, Generalvikar Mag. Lic. theol. Yuriy Kolasa, Pater MMag. Thomas Stellwag v. Carion und Pater PhDr. Marek Pučalík, PhD, O.Cr.

Im Anschluss an die Heilige Messe und die Segnung der Insignien folgte die feierliche Investitur I.K.K.H. Erzherzogin Christian von Österreich und einer weiteren Dame sowie der Ritterschlag durch den Großmeister für die zwanzig neuen Ritter des St. Georgs-Ordens.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto zog man mit klingendem Spiel von der Jesuitenkirche durch die Preßburger Altstadt zum Hotel Devin. Hier stärkte man sich mit Speis und Trank, bevor sich alle Damen und Ritter zur Konventssitzung versammelten.